Berliner testament text Muster

by Giuseppe Lanzi on 07/14/2020

Jede Testament greift in die gesetzliche Erbfolge ein. Und nach gesetzlicher Erbfolge haben Verwandte, insbesondere die eigenen Kinder, aber auch der eigene Ehepartner ein gesetzliches Erbrecht. Wieviel der verheiratete Partner erbt, hängt ohne testamentarische Regelung davon ab, welchen Güterstand beide Partner vereinbart haben und von der Anzahl der gemeinsamen Kinder. Lebt ein Ehepaar im -üblichen- gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft und hat es gemeinsame Kinder, dann sind der hinterbliebene Ehegatte und die Kinder gemeinsam je zur Hälfte Erben. Den wenigsten Ehegatten, die ein Testament errichten, ist bekannt, dass ihr letzter Wille in speziellen Konstellationen von dritter Seite angefochten werden kann. Dies ist etwa dann der Fall, wenn nach dem Erbfall bekannt wird, dass der Verstorbene ein nichteheliches Kind hinterlassen hat. Allgemein bekannt ist wohl, dass diesen nichtehelichen Kindern beim Tod des leiblichen Vaters oder der leiblichen Mutter ein Pflichtteilsanspruch, also ein Anspruch auf Geldzahlung gegenüber den Erben zusteht. Dem Laien in der Regel völlig unbekannt ist aber, dass dieses nichteheliche Kind gem. § 2079 BGB das Ehegattentestament durch Anfechtung beseitigen kann, mit der Folge, dass die gesetzliche Erbfolge greift bei der auch das nichteheliche Kind zum Kreis der Miterben gehört.

Um ein Ehegattentestament aufzusetzen, muss man verheiratet oder durch eine eingetragene Lebenspartnerschaft verbunden sein – unverheiratete Paare können kein Berliner Testament aufsetzen. Um den Lebenspartner im Todesfall trotzdem zu begünstigen, können Sie entweder je ein Einzeltestament mit einer entsprechenden Verfügung errichten oder Sie können einen notariellen Erbvertrag aufsetzen. Testamente (also Einzeltestamente oder gemeinschaftliche Testamente von Ehegatten) können entweder eigenhändig oder in notarieller Form errichtet werden. Beide Varianten entfalten die identische Wirkung und unterscheiden sich nur im Hinblick auf den Zeit- und Kostenaufwand. Der klassische Fall der Errichtung eines Berliner Testamentes ist, dass ein Ehegatte den gesamten Text des Testamentes eigenhändig schreibt, diesen Text dann – mit Ort, Datum versehen – unterzeichnet und im Anschluss daran der andere Ehegatte handschriftlich vermerkt: „Dies ist auch mein letzter Wille“ und wiederum mit Ort, Datum, Vor- und Familienname unterzeichnet.

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